Wanderung rund um den „Großen
Staufenberg“
Bei unserer durch den
Wanderführer Peter Jung vorgegebenen Wanderung am 17. April 2011 galt es
die unendlichen Wälder rund um das Murg- und Oostal zu entdecken.
Angesagt war eine Tour um den großen Staufenberg. Die zahlreichen
Wanderer wunderte schon die Zielangabe. „Großer Staufenberg“ und das
bei Baden-Baden – nie gehört. Eine interessante Wanderung konnte also
beginnen.
Die Wanderer auf der Teufelskanzel
Um es vorweg zu sagen,
bei dem großen Staufenberg handelt es sich natürlich um den Merkur.
Landläufig gilt die Annahme, dass der Berg durch die Römer seinen Namen
bekommen hat. Dies trifft nur eingeschränkt zu. In einem Grundwerk zur
badischen Topographie, nämlich in Krieger, Topographisches Wörterbuch
von Baden, steht, dass auf dem Großen Staufenberg ein Steinbild des römischen
Gottes Merkur sowie angeblich ein römischer Meilenstein gefunden wurde.
Dieser Merkurstein wurde im Mittelalter als Grenzstein zu Staufenberg
benutzt; somit war ein neuer Name für den Berg gefunden. Die ursprüngliche
Bedeutung leitet sich übrigens von dem mittelhochdeutschen Wort für
Trinkbecher, nämlich Stauf ab. Der Berg hat also die Form eines umgestülpten
Bechers. Eine Kopie des Weihesteins ist übrigens auf dem Gipfel des
Merkurs zu besichtigen.
Start und Ziel waren
die Parkplätze bei der Wolfsschlucht in der Nähe von Ebersteinburg. Zunächst
führte unser Weg auf die Teufelskanzel, von der man einen herrlichen
Blick ins Murgtal und nach Baden-Baden genießen kann, das idyllisch vom
Battert und dem Alten Schloss überragt wird. Weiter führte unsere Tour
auf dem Scherenschleiferweg immer oberhalb des Oostals bis zur Passhöhe
ins Murgtal. Vorbei an uralten Grenzsteinen in dichten Wäldern, die
allerdings immer wieder einen herrlichen Blick auf Baden-Baden, das Oostal,
den Scherrhof oder die Hornisgrinde zuließen, konnte man ganz intensiv
die Natur genießen.

Merkurbahn auf der Fahrt
Vorbei an der im Jahre
1913 erbauten Merkurbahn, die übrigens 1967 stillgelegt und 1979 wieder
in Betrieb genommen wurde, erreichten wir bald den Bergsattel bei der
Binsenwasenhütte.

Binsenwasenhütte
Nach einer ausgiebigen
Rast galt unser nächstes Ziel der Passhöhe Nachtigall mit dem
gleichnamigen Wirtshaus zwischen Murg- und Oostal. Die Gegend im Murgtal
war schon immer von geheimnisvollen Sagen und Geschichten geprägt. Vom Müllenbild
in unmittelbarer Nachbarschaft zur Nachtigall wird erzählt, dass ein
Gernsbacher Edelmann einen bösen Geist herausfordern wollte. Als er
diesen um Mitternacht foppte, hob ein furchtbarer Sturm an, der Ross und
Reiter mit sich riss. Wie von Furien getrieben galoppierte das Pferd und
Ross und Reiter kamen schweißgebadet auf der Hofstätte des Edelmannes
an. Eine Geschichte, die wie gesagt, in vielen Variationen im mittleren
Murgtal vorkommt. Dies zeigen auch Gewannbezeichnungen wie „Teufelsmühle“
oder „Teufelskanzel“.

Schöner Wegweiser gesehen bei der
Wanderung
Nach einer ausgiebigen
Rast in einer Wanderhütte der Naturfreunde Baden-Baden galt es für den
Wegabschnitt zurück zum Parkplatz neue Kräfte zu sammeln. Bald war der
Ausgangspunkt erreicht und bei einem schönen Abschluss in einem Lokal
durften wir die Wanderung Revue passieren lassen.
henh |