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Heimatkundliche
Wanderung rund um die Schwarzenbachtalsperre
am 20. Juni 2010
Wer
kennt sie nicht, die legendenumwobene Schwarzenbachtalsperre. Wenn wir mit
dem Auto durch das Murgtal fahren, biegt gleich bei Raumünzach ein
kleines, fast unscheinbares Tal ab, das Schwarzenbachtal. Auf der Höhe
angekommen steht man vor einem Wunderwerk der Technik, das der
Stromgewinnung dient. Ältere Murgtäler nach der Schwarzenbachtalsperre
gefragt, erzählen manchmal wunderbare Geschichten. Man hört, dass beim
Bau ein ganzes Dorf den aufgestauten Wasserfluten zum Opfer gefallen ist.
Angelehnt an den aus dem Reschensee aufragenden Kirchturm wird behauptet,
auch im Stausee würde man je nach dem Wasserstand eine Kirchturmspitze
erkennen.

Die
Staumauer
Da zurzeit die Staumauer saniert wird,
wählte unser Wanderführer Gerhard Jung die Tour aus, um den
Wahrheitsgehalt der Behauptung über das verschwundene Dorf zu erkunden.
Allerdings waren wir enttäuscht, als wir an den Stausee kamen. Zwar wird
die Staumauer saniert, jedoch wurde das Wasser nur ca. 10 Meter
abgelassen. Von einem Kirchturm war natürlich nichts zu sehen.
Seltsamerweise hält sich dieses Gerücht schon seit Jahrzehnten. Als die
Badische Landes-Elektrizitäts-Versorgung AG (das spätere Badenwerk) 1922
mit dem Bau der Talsperre begann, wurden lediglich drei Häuser
abgerissen. Nachdem der Waldboden bis auf den Granitfels abgetragen worden
war, wurde mit dem Bau der Staumauer begonnen. Ein neu eingerichteter
Steinbruch versorgte die Baustelle mit den erforderlichen Steinen. Die übrigen
Baustoffe wurden mit einem Schrägaufzug herangeschafft. Auch heute noch
ist die 400 Meter lange und 65 Meter hohe Staumauer ein imposanter
Anblick. Zurzeit laufen bei EnBW neue Planungen, das jetzt schon
komplizierte Wasserspeichersystem mit neuen Wehren und Zisternen aufzurüsten.
Die Wälder bei der Talsperre unterhalb
der Badener Höhe bieten endlose Wanderungen, die außerhalb des oft
begangenen Westweges teilweise sehr einsam sind. Genau das Richtige, um
dem Alltagsstress für einige Stunden zu entrinnen.

Über Wegscheid erreichten wir sehr
schnell, den unterhalb des Seekopfs liegenden Herrenwieser See. Der See
ist ein in der Eiszeit entstandener Karsee und ein besonderes
Naturschutzgebiet. Er bedeckt eine Fläche von 1,8 Hektar und ist an
seiner tiefsten Stelle ca. 10 Meter tief. Zur Zeit der Flößerei wurde
eine Schwallung eingerichtet, mit deren Hilfe das Holz zu Tal befördert
werden konnte. Die Schwallung ist heute bis auf wenige, nur zu erahnende
Bodenveränderungen verschwunden.
Zurück bei der Schwarzenbachtalsperre
konnten wir die interessante Wanderung bei einer Einkehr ausklingen
lassen.
Hennhöfer
Und hier noch einige
Bilder von der abgelassenen Talsperre im Jahre 1997:

Die Staumauer von der
Seeseite
Alte Baumstümpfe

Das Fundament eine ehemaligen
Hauses
Bild dieses Hauses

Blick von der Staumauer auf den leeren
See
Der Seeboden ist ausgetrocknet
Bilder (1997): Rainer Walter |