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Fahrt
nach Schönenbourg am 16.11.2005
Maginot
Linie / Ligne Maginot
André
Maginot, französischer Politiker * 1877 + 1932
Unser Wanderführer Peter Jung organisierte eine
Reise ins Elsaß. Dieses mal nicht aufs Schusters Rappen; Wir stiegen am Bürgerhaus
in den Werner – Bus und fuhren nach Schönenbourg. Dort wurden wir
erwartet. Unsere Führerin begleitete unsere 49- köpfige Gruppe für zwei
Stunden in 30 m Tiefe in guter Belüftung bei 11 °.

Dank des „Vereins der Freunde der Maginot Linie“
haben wir diese unterirdische Festungswelt in sehr gutem Zustand
angetroffen. Diese Anlage wurde gleich nach dem ersten Weltkrieg geplant
und in den 30 er Jahren des letzten Jahrhundert beendet.
Die Maginot Linie erstreckte sich von Holland bis Südfrankreich
und sollte Frankreichs Grenzen gegen jeden Angriff schützen. Hauptsächlich
gegen uns Deutsche, da wir im 1. Weltkrieg gegen die Franzosen Giftgas
einsetzten.
200 Arbeiter haben 3,5 Jahre die Anlage „Schönenbourg“
gebaut. Sie beinhaltet einen 1200 Meter langen Hauptstollen mit
Nebenstollen und Sprengkammern, unterirdische Kasernen, Kraftzentralen,
Munitionsdepots, Telefonzentralen, Kommandozentrale, Schmalspurbahnen und
einen Aufzug.
Zu unserer Verwunderung lassen sich die dreh- und
ausfahrbaren Geschütztürme mit einem Gewicht von über 180 Tonnen heute
noch in Bewegung setzen. Dann gab es noch einen intelligent angelegten
Notausgang, der so konstruiert war, dass der mit Kies angefüllte obere
Teil des Schachtes nach Betätigung einer Klappe in den unteren Teil fiel
und somit das Nachkommen des Feindes blockiert war. Das Werk „Schönenbourg“
war die am stärksten beschossene Festungsanlage der Maginot Linie. Es
verhinderte 1940 mit seinen Geschützen den Durchbruch der 246.
Infanteriedivision. Die Besatzung ergab sich erst nach dem
Waffenstillstand auf Befehl des französischen Oberkommandos.

Dieses Bollwerk beeindruckte uns sehr. Viele von uns
haben diesen zweiten Weltkrieg hautnah miterlebt. Die Väter an der Front
oder schon gefallen. Die Mütter mit ihren Kindern haben im
Luftschutzkeller des Gasthauses „Kaiser“ in Malsch Zuflucht gesucht.
Konrad Adenauer und Charles de Gaulle hatten als
erste Politiker den Mut aufeinander zuzugehen. Seit dieser Zeit
verbesserte sich das Verhältnis zwischen Deutschen und Franzosen so, dass
wir nicht nur Nachbarn, sondern auch Freunde geworden sind. Heute fahren
wir mit einer Selbstverständlichkeit durch die schmucken elsässischen Dörfer
mit den Fachwerkhäusern und haben allen Grund zur Freude, dass diese
kriegerischen Auseinandersetzungen endgültig vorbei sind.
In diesem Sinne verbrachten wir zum Abschluss noch
einige Stunden in unserem Bürgerhaus in Malsch.
Bemerkenswert ist auch, dass jeder neugewählte
Bundeskanzler(in) zuerst nach Paris fährt. Dank Alois Herzog, der Präsident
der Jumelage mit Sézanne, haben viele Malscher Bürger Freunde in
Frankreich,
Ich habe mich in Frankreich nie als Ausländerin gefühlt.
Ursula Jung |