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Wanderung im Vorderen Pfälzer Wald zur Reichsburg
Lindelbrunn
Am
Sonntag, 24.August 2008 wanderte
die Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins von Silz über das Eckartstal zur
Burgruine Lindelbrunn. Die unter dem Motto „Erleben der Vorderpfalz mit
allen Sinnen“ stehende Wanderung betrug rund 14 Kilometer mit einem Höhenunterschied
von ca. 400 Meter.
Unser Wanderführer Gottfried Höffner, der
diese Tour exzellent geplant hatte, machte uns im Verlauf der Wanderung
mit den zahlreichen botanischen Sonderheiten der Vorderpfalz bekannt.
Startpunkt der Wanderung war das durch den Wanderpark bekannte Silz. Die
Wanderung verlief durch das idyllische Eckartstal, das mit vielen
reizvollen Punkten zum Verweilen und dem Betrachten von seltenen Pflanzen
und Tieren einlud. Vorbei am Silzer See erreichten wir sehr schnell das
unterhalb der Ruine Lindelbrunn liegende Cramerhaus. Dort kehrten wir zum
Mittagessen ein, um die typischen Pfälzer Spezialitäten genießen zu können.
Neben Saumagen, Pfifferlingen aus dem Pfälzer Wald fand man vor allem an
dem regional bekannten Gericht „Schiefer Sack“ gefallen. Unser Wanderführer
machte uns auf einen Pumpbrunnen beim Cramerhaus aufmerksam, der wohl in
dieser Zusammensetzung in der weiteren Umgebung eine einzigartige
Konstruktion darstellt.

Gottfried Höffner erklärt den Wanderern die botanischen
Besonderheiten
Nach der Rast galt es die letzten 200 Höhenmeter zur Burgruine
Lindelbrunn zu bewältigen. Lindelbrunn, auch „Lindelbol“ oder „Lindelborn“
genannt, wurde Mitte des 12. Jahrhunderts vermutlich als Reichsburg gegründet.
Sie ist eine typische Vertreterin der im Wasgau bekannten Felsenburgen.
Als 1274 das Geschlecht der Lindenboller erlosch, kam die Burg in den
Besitz der Grafen von Leiningen. Im Laufe der Zeit wurde die Burg eine
sogenannte Ganerbenburg d.h. sie wurde eine von mehreren Personen und
Familienzweigen gleichzeitig genutzte Burganlage. Daraus resultierende
Streitigkeiten und Verpfändungen gipfelten in mehreren kriegerischen
Auseinandersetzungen. So wurde die Burg z.B. im Jahre 1440 durch den pfälzischen
Kurfürsten und Speyerer Bischof vergeblich belagert. Erst 1450 konnte sie
durch die beiden Burgherren Bernhard von Leiningen und Friedrich von
Bitsch erobert werden. Durch den geschlossenen Frieden wurden die
Zwistigkeiten beendet. Im Bauernkrieg 1450 wurde die Burg von aufständischen
Bauern niedergebrannt. Als
Steinbruch genutzt zerfiel die Anlage im Laufe der Zeit. Erhalten sind
heute noch die Reste zweier Wohnbauten, Felsenkammern, Umfassungsmauern
und eine befestigte Toranlage. Interessant sind vor allem die
aufgemauerten Fundamente der ehemaligen Burgkapelle.
Nachdem wir den herrlichen Ausblick auf die Burg Landeck und die
Reichsburg Trifels mit den Burgen Annebos und Münz genossen hatten,
wanderten wir über die Klingbachquelle nach Silz zurück.

Ein Blick zu den Burgen Trifels und
Annebos
Den Abschluss der Wanderung bildete eine Einkehr in der Straußenwirtschaft
des Weingutes Junghof. Dort konnten wir bei einer kleinen privaten
Weinprobe die herrliche Pfälzer Weine verkosten. Besonders erwähnenswert
waren hierbei die herrlichen Winzersekte und die prämierten
Barrique-Weine. |