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Eine
erlebnisreiche Rundwanderung: Großer Heuhüttenweg Gausbach am 11.07.2010
Vielleicht
lag es an der Hitze, dass die von Wilhelm Kunz geplante Wanderung keine
große Resonanz unter den Wanderern des Schwarzwaldvereins fand. Die
kleine Gruppe, die sich dennoch auf den Weg nach Gausbach im Murgtal
machte, wurde durch die interessante und minutiös geplante Tour für die
Mühen und Strapazen entlohnt.

Murgtaltor Forbach
Kaum jemand, der auf der Bundesstraße die
eindrucksvolle Strecke zwischen Gernsbach und Forbach durchfährt, ahnt,
dass dieser Verbindungsweg im Talgrund erst in der zweiten Hälfte des 18.
Jahrhunderts erstellt wurde. Vorher existierte ab Gernsbach nur ein diesen
Abschnitt umgehender Handelsweg, die sogenannte „alte Weinstraße“.
Diese verlief zunächst steil bergan und schlängelte sich entlang der Höhenzüge.
Ob dieser Handelsweg in seiner Entstehung auf die Römer zurückgeht, ist
bis heute unbekannt. Da in dieser Höhe sicher kein Wein angebaut worden
war, könnte der Name auf den Transport mit Wein hindeuten; dies würde
wiederum zu den Römern passen. Wer sich mit den alten Römerstraßen in
unserer Gegend befasst, kennt natürlich die Bedeutung der Nord-Süd-Verbindung
zwischen den römischen Siedlungsstätten. Und genau diese Verbindung ist
bis heute (noch) nicht nachgewiesen und wäre ein Indiz für den römischen
Ursprung der „alten Weinstraße“.
Unser
Wanderführer veranschaulichte auf seiner Tour allerdings zwei andere
heimatkundliche Höhepunkte des mittleren Murgtales. Zum einen waren dies
die von Tiroler Einwanderer ins Murgtal gebrachte Heuhütten, zum anderen
der dem mittleren Murgtal zu einem gewissen Wohlstand gebrachte Handel mit
Holz. In diesem Fall war es die Köhlerei.

Heuhütte im
Murgtal
Im
Wandergebiet Gausbach angekommen, galt es zunächst einmal die ersten Höhenmeter
zu erklimmen. Vorbei am Sportplatz, wo das Brett zu bestaunen ist, mit dem
die Gausbacher Vereine einen Rekordversuch unternehmen, um ins
Guinness-Buch der Rekorde zu gelangen. Das längste aus einem Stamm gesägte
Brett wird dort gehegt und gepflegt. Ob der Rekordversuch geling, wird die
Zukunft zeigen. Immer bergan und vorbei an unzähligen Heuhütten wandernd
erreichten wir bald den höchsten Punkt unserer Wanderung. Dort konnten
wir uns bei frischem Quellwasser und einer ausreichenden Rast von den
Strapazen erholen.

Rastplatz an einer Hütte mit
Quelle
Übrigens
wurde die Bauform der Heuhütten von Tiroler Einwanderern, die vermutlich
während des 30jährigen Krieges ins Murgtal kamen, mitgebracht und hat
sich bis heute nur im mittleren Murgtal erhalten. Die erste urkundliche
Erwähnung einer Heuhütte ist jedenfalls für das Jahr 1683 nachweisbar.
Die Bauern sammelten die zahlreichen Steine auf den steilen Talwiesen ein
und schichteten sie am Rande der Wiese zu Steinriegeln auf, worauf die
typischen Hütten erbaut wurden.

Steiniges Fundamenteiner Heuhütte
Bei unserer
weiteren Wanderung kamen wir an einem weiteren Standbein der ehemaligen
Murgtäler Waldwirtschaft vorbei; nämlich der Köhlerei. Wir konnten
ansatzweise die Entstehung eines Köhlerhaufens bestaunen. Die
Gewannbezeichnungen „Kohlplatte“ erinnert heute noch an diese schwere
Arbeit. Auch geht man davon aus, dass das Märchen „Das kalte Herz“
von Wilhelm Hauff seinen Ursprung im Murgtal hatte.
Vorbei an
herrlichen Ausblicken und einigen Feuchtbiotopen gelangten wir allmählich
zurück zu unserem Ausgangsort. Angesichts dieser erlebnisreichen Tour
konnte der dann einsetzende Gewitterregen die Stimmung der Gruppe nicht
schmälern, zumal das Wetter sehr schnell wieder besser wurde und wir die
Wanderung bei einem guten Essen und einem edlen Tropfen Revue passieren
lassen konnten.

Eine alte Holzbrücke bei Forbach
Hennhöfer
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