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Wanderung
mit dem Förster durch den Wald
Am
15. März 2009 organisierte unser Wanderfreund Eberhard Stoffel, der im
Ruhestand befindliche Förster der Gemeinde Malsch, eine Wanderung kreuz
und quer durch den Hardtwald, die uns einerseits die durch den Sturm
Lothar verursachten Waldschäden, sowie die dort existierenden Naturbiotope
aufzeigen sollte.

Die Wandergruppe mit Förster E.
Stoffel
Als
Hardtwald wird ein
historisches Waldgebiet in der Oberrheinebene zwischen Rastatt
und Schwetzingen
bezeichnet, dessen Name offensichtlich auf eine Gemarkung zurückgeht. Als
größtes und bekanntestes Waldgebiet dieser Region wird nach ihm die
Landschaft auf dem rechtsrheinischen Hochgestade
als Hardt bezeichnet.
Vielleicht
können Sie sich noch an den Orkan
Lothar erinnern, der am 2. Weihnachtsfeiertag 1999 aus Frankreich kommend
mit einer Spitzengeschwindigkeit von 244 Stundenkilometern über Süddeutschland
hinweg wirbelte. Dabei hat er nicht nur in dem zur Gemarkung Malsch gehörenden
Hardtwald verheerende Schäden hinterlassen. Aus Westen kommend traf der
Sturm vormittags auf den Schwarzwald,
die Schweiz
und Liechtenstein.
Der Sturm zog in etwa zweieinhalb Stunden von 10:00 Uhr bis 12:30 Uhr über
den Schwarzwald hinweg. Er kam vom Jura her und überquerte das Mittelland, die Zentralschweiz
sowie die Nordostschweiz.
Der
angerichtet Schaden belief sich auf Baden-Württemberg betrachtet auf
insgesamt 192.046 ha. Dies entspricht 14,5% der gesamten Holzbodenfläche.
Der Körperschaftswald, zu dem auch der Wald der Gemeinden gehört, war
mit ca. 80.400 ha Fläche betroffen. Bei unserer Wanderung um den Glaser
Baggersee und den Baggersee am Hardteck konnten wir uns von der
Entwicklung der betroffenen Waldflächen einen Eindruck verschaffen.

Ein schöner Grenzstein aus dem
Jahre 1836 im Hardtwald
Weiter
verlief unsere Wanderung zu dem in der Fachwelt sehr bekannten Biotop
„Luderbusch“. Dabei durften wir eine Zeitlang kanadische Graugänse
beobachten. Das Biotop spielt in der Oberrheinischen Tiefebene bei dem
Einwanderungsversuch der schwarzen Heidelibelle
(Sympetrum danae) eine bedeutende Rolle. Sie kommt in den
Flussniederungen Deutschlands über weite Strecken nicht vor. Im Biotop
Luderbusch ist allerdings in der letzten Zeit eine für die Oberrheinische
Tiefebene große Population festgestellt werden.

Kanadische Graugänse im Biotop
"Luderbusch"
Über die Hirschlochhütte und diverse Kreuz- und Querwege erreichten wir
wieder unser Ausgangsziel beim Waldparkplatz. Dabei konnten wir über die
umfangreichen Kenntnisse unseres Wanderführers in der Hege und Pflege des
Wildbestandes ebenso staunen wie wir über einzelne Kuriositäten lächeln
durften. Jedenfalls wissen wir jetzt, dass die dort aufgestellten Bienen
eines Imkers bei der Honigproduktion zurzeit weite Umwege fliegen müssen,
da sie durch einen neu aufgestellten Maschendrahtzaun irritiert waren.
Manfred Hennhöfer |