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Historische
Mittwochswanderung
Der Wanderführer Peter Jung von der Ortsgruppe
Malsch des Schwarzwaldvereins war am 16 Februar mit 26 Wanderern
unterwegs. Wir mussten 2 Gruppen bilden, da nicht alle auf einmal den
Westwallbunkers in Rastatt. besichtigen konnten. Die erste Gruppe führte
eine Wanderung in den Rheinauen von Rastatt durch. Die zweite Gruppe führte
Rainer Walter nach der Besichtigung durch den Park am Kehler Tor.
Diese Anlage wurde nach Kriegsende nicht wie die
meisten anderen Westwall Bunker gesprengt, da sie auf dem Areal der französischen
Besatzung lag.
Der historische Verein Rastatt hat diesen
Westwallbunker nach dem Abzug der Franzosen hergerichtet.
Es ist für heute lebende Menschen schwer
vorstellbar, wie 15 Soldaten in solchen kleinen Räumen (Bauwerk) leben
und Ihre Verteidigungsaufgaben durchführen mussten.
Herr Eck mit der Besichtigungsgruppe vor dem
Bunkereingang
Herr Eck vom „historischen Verein Rastatt“ führte
die Wanderer und erklärte nachfolgendes:
Der Regelbau 10
Infolge der
„Sudeten-Krise“ im Mai 1938 nahm der Bau der westlichen
Verteidigungsanlagen eine dramatische Wendung, als Hitler die
Befestigungen gegenüber Frankreich befahl.
Zuvor, selbst von der Wehrmacht organisiert und mit dem Bau von ausgewählten
zivilen Baufirmen beauftragt, mussten diese sehr komplexe Bunker bauen.
Mit der Übernahme der Durchführung durch die Organisation Todt (OT)
entwarfen die Festungspioniere eine neue Serie von wesentlich einfacheren
„Regelbauten“, um die geforderte hohe Zahl an Bauten bewerkstelligen
zu können und damit auch von weniger erfahrenen Baufirmen schneller
gebaut werden konnte.
Die bisherigen Wandstärken erhöhte man von 30 und 60 cm auf 1,5 m
Stahlbeton (Baustärke „B alt“), die benötigten Materialien und
Bauausführungen wurden noch stärker als bisher typisiert, um diese somit
besser in Massenproduktion herstellen zu können.
Bunkerinnenraum
mit Lüftungspumpe, Esstisch, Toilette usw.

3
Betten zum hochklappen
Dieses neue Bauprogramm erhielt den Namen
„Limesbauprogramm“.
Im Rahmen
dieses Bauprogramms entstand der Regelbau 10, welcher schließlich nicht
mehr als reiner Unterstand gebaut werden durfte, worauf die
Festungspioniere einen sogenannten „angehängten Kampfraum“ entwarfen,
in welchem hinter einer ungepanzerten Scharte ein MG aufgestellt werden
konnte. Die Bezeichnung lautete: Regelbau 10 mit angehängtem Kampfraum
Der „R10“ war mit insgesamt 3471 Stück der meist gebaute Regelbau des
Westwalls.
Insgesamt war der Bunker für 15 Mann konzipiert und hatte ein
Betonvolumen von 287 cbm.
Der Bunker
selbst war durch zwei Stahltüren gesichert über die man in eine rechte
und eine linke Gasschleuse gelangte. Die Eingänge wurden durch eine
Eingangsverteidigung gesichert. Hinter dieser mit „Abtreppung“
versehenen Scharte verbarg sich ein Maschinengewehr. Im Gruppenraum,
hinter der Eingangsverteidigung, war eine Stahlschartenplatte mit den Maßen
140 x 75 x 3 cm eingebaut.
Von der Gasschleuse konnte über sogenannte Gasschutztüren der
Gruppenraum betreten werden. Türen und Scharte konnten gasdicht
verschlossen werden, über Filteranlagen wurde die Luftversorgung aufrecht
erhalten.
War ein Verlassen über die beiden Eingangstüren nicht mehr möglich, so
stand der Besatzung ein Notausgang zur Verfügung.
Um in den angehängten Kampfraum zu
gelangen, musste der Bunker verlassen werden. Einzige Verbindung zwischen
Mannschafts- und Kampfraum bestand durch ein Sprachrohr
Der Kampfraum selbst hatte keinen Gasschutz.
Als Bewaffnung waren MG 08 oder MG 34, die sich auf einer Lafette
befanden, eingesetzt.
Der sehr
enge Ausgang
Und zum Schluss noch ein Hinweis: Dieser Bunker kann nach Anmeldung
besichtigt werden. Telefon: 07222/35567
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